Schulprogramm
der
Dr. Georg Graf von Arco – Oberschule Nauen
1. Situationsbeschreibung
1.1 Allgemeine Bemerkungen
1.2. Schulträger
1.3. Besonderheiten der Schule
1.4. Ausstattung der Schule
1.5. Kollegium
2. Pädagogisches Grundverständnis
2.1. Die Oberschule als Ort des Förderns und Forderns
2.2. Unser Ideal von Schule
3.
Schwerpunkte der Bildungs- und Erziehungsarbeit
4. Grundsätze der Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Eltern und Schülern
5. Angebote der Dr. Georg Graf von Arco - Oberschule
6. Konkrete Vorhaben und Maßnahmen
7. Anlage
„Die Seele der Unterweisung ist es, den Lehrstoff der geistigen Anlage des Lernenden anzupassen. Beim Lernenden ist aber der Unterschied des Alters, der Begabung und des Fortschritts zu beachten.“
Jan A. Comenius
Das Motiv, das in diesem Gedanken von Johann Amos Komensky (1592 – 1670) zum Ausdruck kommt, ist über alle Zeiten hinweg für Lehrende gültig. Auch die Lehrerschaft der Dr. Georg Graf von Arco – Oberschule Nauen fühlt sich einer solchen Sicht verbunden und wählt es als Leitgedanken für ihr Schulprogramm.
Das vorliegende Schulprogramm stellt ein schriftlich fixiertes Handlungskonzept für die pädagogische Tätigkeit aller Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule dar. Es ist jedoch nicht als starres, unveränderliches Konzept zu verstehen, sondern stellt die gemeinsamen Grundlagen und Zielrichtungen für das pädagogische Handeln dar. Insoweit ist es stets offen und fortschreibbar und muss somit auch Veränderungen bei den Rahmenbedingungen Rechnung tragen.
Auslöser für die Erstellung des Schulprogramms waren keine Festlegungen übergeordneter Stellen, sondern Erfahrungen der Lehrerschaft in den zurückliegenden Jahren, die deutlich werden ließen, dass sich einerseits die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Schule zunehmend verschlechterten, andererseits immer mehr Schüler an unsere Schule kamen, die mit herkömmlichen Lehrmethoden nur äußerst schwer zu vertretbaren Abschlüssen geführt werden konnten. Dies hatte zunehmend ein Nachdenken über die Rolle des Lehrers im Bildungsprozess und zum eigentlichen Ziel schulischer Arbeit überhaupt, zur Folge. In mehreren schulinternen Fortbildungen kristallisierte sich die Notwendigkeit heraus, einen pädagogischen Konsens an der Schule zu finden und zu beschreiben. Insgesamt wurde deutlich, dass es zu einer Neubestimmung des grundsätzlichen pädagogischen Handels kommen muss und das Kollegium dazu auch entschlossen ist.
1. Situationsbeschreibung
Der Schulkomplex Kreuztaler Straße wurde im Jahre 1974 als damals typischer Plattenbau für zunächst zwei voneinander unabhängige Polytechnische Oberschulen erbaut. Mit der Schulreform wurden zum Schuljahr 1991/92 daraus die Gesamtschule und zwei Grundschulen gebildet. Ende 1993 zog die „Grundschule am Lindenplatz“ in ihr jetziges Domizil; die im Gebäude der Gesamtschule untergebrachte „Brüder Grimm“ - Grundschule ist im Jahr 2001 geschlossen worden.
Die damals stets zunehmende Schülerzahl und der äußerst schlechte bauliche Zustand des Schulgebäudes waren in den ersten Jahren die wichtigsten Probleme.
Im Schuljahr 1993/94 existierte an der damaligen Gesamtschule eine Arbeitsgruppe, die die Errichtung einer gymnasialen Oberstufe intensiv vorbereitete und kurz vor dem Abschluss stand. Mit dem Hinweis auf räumliche Probleme und die Oberstufe des OSZ wurde die Errichtung nicht genehmigt. Ende 1997 wurde jedoch wieder der Versuch unternommen, eine gymnasiale Oberstufe aufzubauen, da die Raumfrage sich gar nicht mehr stellte. Doch auch dieser Vorstoß wurde wieder zurückgewiesen.
Bereits nach der ersten Ablehnung der Errichtung einer gymnasialen Oberstufe bemühten sich die Lehrerinnen und Lehrer um ein neues Profil für unsere Schule - die Gesamtschule Nauen sollte eine Ganztagsschule werden. Auch diesmal betrieb das Kollegium wieder eine ganz intensive Vorbereitung bis hin zur damals unbedingt notwendigen Befragung der Eltern, die sich mit großer Mehrheit für ein solches Konzept aussprachen. Leider wurde auch dieser Versuch blockiert, diesmal durch zu diesem Zeitpunkt nicht zu realisierende Raumvorgaben des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport im Rahmen der damals noch in der Vorbereitung stehenden Gesamtrekonstruktion.
Diese umfassende Rekonstruktion sollte die Gesamtschule Nauen einige Jahre beschäftigen. Das Gebäude und die Ausstattung waren heruntergewirtschaftet und zum Teil hoffnungslos veraltet. Hinzu kam die drangvolle Enge der ersten Jahre mit 2 Grundschulen und dem Zentralhort im Haus. 1994 stellte die Stadt Nauen einen Fördermittel- Antrag an das MBJS, um die Rekonstruktion ausführen zu können. Zunächst erfolgte die Fertigstellung des Anbaues für das damalige Fach Arbeitslehre, dann wurde die Sporthalle völlig erneuert und auch neu ausgestattet. Die Rekonstruktion des Hauptgebäudes ab 1996 stellte die Schule vor große Probleme, musste doch der Unterrichtsbetrieb bei laufenden Bauarbeiten abgesichert werden. Die Fachunterrichtsräume für Physik, Chemie, Biologie, Elektro-Technik, Musik, Kunst, Arbeitslehre- vor allem die Lehrküche- sind jetzt auf einem Ausstattungsstandard, der modernen Anforderungen entspricht. Hinzu kamen ein Konferenzraum, ein Video-Raum, neue Lehrerzimmer und eine Cafeteria, die der Pausenversorgung und der Schulspeisung dient. Mit der feierlichen Übergabe der sanierten Schule an den Schulträger am 28.11.1998 wurde diese umfassende Rekonstruktion abgeschlossen. Damit ist die Gesamtschule Nauen eine der modernsten Schulen des Landes Brandenburg.
Mit Beginn des Schuljahres 2005/2006 wurde die Gesamtschule Nauen per Gesetz in eine Oberschule umgewandelt.
Mit ihren ca. 300 Schülerinnen und Schülern in den Jahrgängen 7 - 10 gehört die Oberschule Nauen nach wie vor auch zu den größten Bildungseinrichtungen im Landkreis Havelland. Die Mehrzahl der Schüler kommt zwar aus Nauen. Der Einzugsbereich der Schule ist jedoch groß, mehr als 30% der Schüler kommen aus umliegenden Orten wie Markee, Lietzow, Berge, Börnicke, Hertefeld, Kienberg, Tietzow, Perwenitz, Brieselang und Wustermark u.a.. Hier zeigt sich die wichtige Umlandfunktion der Oberschule Nauen.
Mit dem Schuljahr 2009/2010 wurde an der Dr. Georg Graf von Arco – Oberschule ein Grundschulteil errichtet.
Der Grundschulteil soll über mehrere Jahre kontinuierlich aufwachsen, so dass mit dem Schuljahr 2014 / 2015 die Schule insgesamt die Jahrgänge 1 – 10 umfasst. Abwechselnd mit der Grundschule am Lindenplatz Nauen werden jährlich eine bzw. zwei 1. Klassen eingeschult; somit hätte der Grundschulteil dann 10 Klassen.
|
Schuljahr |
1.Klasse |
2.Klasse |
3.Klasse |
4.Klasse |
5.Klasse |
6.Klasse |
Summe |
|
2009 / 2010 |
3 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
3 |
|
2010 / 2011 |
1 |
3 |
0 |
0 |
0 |
0 |
4 |
|
2011 / 2012 |
2 |
1 |
3 |
0 |
0 |
0 |
6 |
|
2012 / 2013 |
1 |
2 |
1 |
3 |
0 |
0 |
7 |
|
2013 / 2014 |
2 |
1 |
2 |
1 |
3 |
0 |
9 |
|
2014 / 2015 |
1 |
2 |
1 |
2 |
1 |
3 |
10 |
1.2. Schulträger
Die Dr. Georg Graf von Arco – Oberschule befindet sich in Trägerschaft der Stadt Nauen. Die Zusammenarbeit zwischen Schulträger und Schule gestaltete sich in den vergangenen Jahren als konstruktiv und effektiv. Der Schulträger ermöglichte eine umfassende Rekonstruktion des Schulgebäudes, der Sporthalle und einen Anbau für das Fach Arbeitslehre. Auf Grund zunehmender finanzieller Schwierigkeiten der Stadt erfolgt jedoch z.Z. keine Werterhaltung; es kann lediglich der ordnungsgemäße Unterricht gewährleistet werden. Da seit ca.5Jahren ein Haushaltssicherungskonzept mit zeitweiligen Haushaltssperren gilt und sich diese Situation mittelfristig wohl auch nicht ändern wird, ist nicht davon auszugehen, dass in absehbarer Zeit z.B. in neue Unterrichtsmittel investiert werden kann.
In den Jahren 1998 und 2001 stellte die Stadt Nauen den Antrag auf Übertragung der Schulträgerschaft für die weiterführenden Schulen der Stadt an den Landkreis. Beide Anträge wurden durch den Kreistag Havelland abgelehnt.
Trotz aller finanziellen Probleme beabsichtigte die Stadt entsprechende Eigenanteile zur Finanzierung der Medienoffensive für das Haushaltsjahr 2003 einzustellen. Eine entsprechende komplette Neuausstattung erfolgte im Herbst 2004. Somit konnte die materiell- technische Basis für den Unterricht in Informatik auf ein akzeptables Niveau gebracht werden.
Im Rahmen des Investitionsprogramms „Zukunft Bildung und Betreuung“ 2003 – 2007 im Land Brandenburg
konnten in den Jahren 2005 und 2007 insgesamt 3 Fördermittelanträge in Höhe von jeweils 20 000 € gestellt und
bewilligt werden. Die damit getätigten Anschaffungen trugen wesentlich zu einer Verbesserung der materiellen
Ausstattung vor allem für den Ganztagsbetrieb bei.
1.3. Besonderheiten der Schule
Auf Grund der modernen materiellen Voraussetzungen ( Anbau für Holz – und Metallbearbeitung, Räume für Elektro-Technik, Informatik, Hauswirtschaft, inklusive einer Lehrküche mit entsprechender Ausstattung ) ist es nicht nur möglich, sondern Verpflichtung für unsere Schule, auf diesen Gebieten im Rahmen des Faches Wirtschaft – Arbeit – Technik ein umfangreiches Angebot vorzuhalten. Das entsprechende Wahlverhalten der Schülerinnen und Schüler bestätigt die Richtigkeit dieses Vorgehens. Es muss unter allen Umständen gesichert werden, dass dieses Angebot auch zukünftig angesichts des Schülerklientels einer Oberschule vorhanden ist. Nicht zuletzt sind diese vielfältigen Möglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler ein ganz wichtiger Standortvorteil speziell für die Oberschule Nauen.
Beispielgebend für eine effiziente Schulsozialarbeit ist deren Ausformung an der Oberschule Nauen. Begonnen hatte alles mit einem Projekt „Freizeitgestaltung an der Schule“ im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Die spätere Sozialarbeiterin fand sofort Kontakt zu den Schülern, ging auf ihre Interessen und Probleme ein, regte gemeinsame Aktionen, wie den Aufbau des Schülerclubs an, und war unversehens wichtiger Bestandteil des schulischen Lebens. 1997 gelang es nach langwierigen Verhandlungen eine Stelle für Schulsozialarbeit an der Schule zu installieren, deren Bedeutung angesichts der schwierigen Verhältnisse in so mancher Familie gar nicht hoch genug geschätzt werden kann. Die Schüler können verschiedene Freizeitangebote wahrnehmen, aber vor allem, haben sie eine Anlaufstelle bei Problemen mit der Schule. Insofern ist die Arbeit der Schulsozialarbeiterin aus dem Schulalltag überhaupt nicht mehr wegzudenken.
Die Finanzierung der Stelle erfolgt mit einer Drittelfinanzierung gemäß Personalkostenrichtlinie des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport. Auch hier konnte die Stadt Nauen ihren Eigenanteil für die Jahre 2001 und 2002 nicht erbringen. Trotzdem gelang es 2001 mit der Übernahme durch einen Investor bzw. 2002 durch eine Spende der Mittelbrandenburgischen Sparkasse die Personalkosten sicherzustellen. Ab 2005 erfolgt die Sicherstellung des Eigenanteils über eine entsprechende Haushaltsstelle der Schule, die der Schule im Rahmen der Landeszuweisungen für den Ganztagsbetrieb dem Schulträger gewährt wurden.
Seit dem Schuljahr 2001/2002 wurde an der Dr. Georg Graf von Arco – Oberschule im Jahrgang 7 eine sogenannte „Aufbauklasse“ eingerichtet. In diese Klasse wurden Schülerinnen und Schüler aufgenommen, die am Ende der 6. Klasse im Leistungsdurchschnitt überwiegend die Noten „5“ und „6“ aufweisen. Dies ist jedoch nur ein Anhaltspunkt für die Zuordnung. Viel wichtiger ist der jeweilige Lerntyp. In der pädagogischen Literatur werden im Wesentlichen 3 Lerntypen unterschieden:
der - visuelle,
- auditive und
- kinästhetische Lerntyp.
Mit der Aufbauklasse wandten wir uns vor allem dem kinästhetischen Lerntyp zu, denn aus dem Studium der Grundschulgutachten, Gesprächen mit den Grundschullehrern und betroffenen Eltern gelangten wir zur der Erkenntnis, dass es gerade Schüler dieses Lerntyps sind, die mit z.T. völlig unzureichenden Lernvoraussetzungen an eine weiterführende Schule kommen. Würde nicht auf ihren Lerntyp eingegangen, wären u.E. Schulverweigerung und vorzeitiger Schulabbruch schon vorprogrammiert. Deshalb werden solche Schüler in der Aufbauklasse mit maximal 16 Schülern unterrichtet, um tatsächlich individuell und kurzschrittig unterrichten zu können. Die Durchlässigkeit im Kurssystem ist trotz alledem gewährleistet. Erste Erfahrungen im Schuljahr 2001/2002 zeigten den großen Erfolg mit unserer Aufbauklasse. Deshalb wurden in den folgenden Jahren weitere Aufbauklassen mit großem Erfolg eingerichtet. Da dies jedoch im Rahmen der üblichen Klassenbildung und nicht als zusätzliche Klassen erfolgte, musste das Projekt mit dem Schuljahr 2005/2006 eingestellt werden. Bei nur noch 2 Klassen pro Jahrgang war dies nicht mehr zu gewährleisten. Ein Antrag auf abweichende Organisationsform wurde vom staatlichen Schulamt nicht genehmigt.
Die Dr. Georg Graf von Arco – Oberschule wird sich in stärkerem Maße der Ausbildung der sportlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler widmen. Dazu dient die Einführung von Sport als Wahlpflicht I – Fach, beginnend mit dem Jahrgang 7 im Schuljahr 2002/2003, ebenso wird Judo als Wahlpflicht II – Fach angeboten. Über eine mögliche Ausweitung des sportlichen Angebotes und eine intensive Zusammenarbeit mit örtlichen Sportvereinen muss weiter nachgedacht werden. Mit dem VfL Nauen gibt es seit Anfang 2005 eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.
Zum Schulkomplex gehören:
· ein großer Sportplatz
· eine umfassend ausgestattete Sporthalle
· eine Streetball - Anlage
· ein separater Anbau für Holz- und Metallbearbeitung
· eine Cafeteria
· ein Schüler- Club und Freizeiträume
an speziellen Unterrichtsräumen bietet die Schule:
Physik
Chemie alle mit audio-visueller Technik
Biologie ausgestattet
Elektro-Technik
Musik
Kunst
Computerraum mit 14 Schüler- PC –Arbeitsplätzen und Internet- Anschluss
Lehrküche
Plastisches Gestalten mit Brennofen
Textiles Gestalten
Video- Raum mit Schneidetechnik
Zum Kollegium der Schule gehören: 25 Lehrkräfte, davon 16 Frauen
Status: 13 Vollzeitbeamte
7 Teilzeitbeamte
4 Angestellte
1 Kollege in Altersteilzeit
Altersdurchschnitt: 47,52 Jahre Stand: 22.02.2011
Qualifikation: Diplomlehrer mit 2 Fächern 15
Diplomlehrer mit 1 Fach 3
Meister mit pädagogischer Zusatzausbildung 1
Ausbildung nach neuem Recht 3
Studium eines 3.Faches 3
mit Erweiterungsstudium 3
2. Pädagogisches Grundverständnis
2.1. Die Oberschule als Ort des Förderns und Forderns
An der Oberschule lernen Kinder aus allen sozialen Schichten gemeinsam. Die Oberschule orientiert sich in den verschiedensten Unterrichtsfächern an den individuellen Bildungsinteressen, den Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler.
Die Oberschule kann im Land Brandenburg nach 3 Modellen organisiert werden:
- kooperativ
- integrativ
- als Mischform aus kooperativ und integrativ
Der Unterricht soll leistungsdifferenziert und neigungsorientiert durchgeführt werden – dies ist u.E. lern -psychologisch am günstigsten, um die Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten zu fördern und zu fordern.
Im Schuljahr 2005/2006 entschied sich die Schulkonferenz in Übereinstimmung mit der Konferenz der Lehrkräfte das integrative Modell für den neuen Jahrgang 7 einzuführen.
Doch wir verstehen Schule nicht nur als einen Ort der Vermittlung von Bildung, sondern auch als Ort, an dem praktische und soziale Erfahrungen mit in die Arbeit einfließen.
Schule muss wichtige Erfolgsräume für die Schüler öffnen und ihre persönliche Selbstentfaltung fördern.
In einer breiten Diskussion im Kollegium wurde dahingehend Konsens erzielt, dass
- Lehrerinnen und Lehrer die Schule als die ihre ansehen und sich mit ihr identifizieren,
- die Schule die Eltern aktiver in das Schulleben einbeziehen muss (Dreieck: Elternhaus, Schule, Umwelt),
- die Lehrerschaft und Schülerschaft ein gutes zwischenmenschliches Klima pflegen,
- die Schulleitung es als ihre
Aufgabe ansieht, die Kolleginnen und Kollegen zu Initiativen anzuregen und sie
bei deren
Durchführung zu unterstützen,
- sich die Schule auf guten Unterricht konzentriert .
Auch bei der Frage, was guter Unterricht ist, wurde dahingehend Konsens erzielt, dass
- eine positive Atmosphäre zwischen Schülern und Lehrern besteht,
- der Unterrichtsstoff vom Lehrer strukturiert dargeboten wird,
- die Lern- Arrangements die Eigenaktivität und Selbstständigkeit der Schüler fördern,
- im Unterricht viel gelacht wird,
- der Lehrer die Schüler durch Lob und Anerkennung ermuntert.
In all diesen Punkten sehen wir die Stärken unseres pädagogischen Handelns, erkennen dabei aber auch gleichzeitig die Notwendigkeit einer besseren sozial-psychologischen Befähigung der Lehrkräfte, sowie einer verstärkten Binnendifferenzierung im Unterricht. Dazu werden wir auch in Zukunft vorrangig die schulinternen Fortbildungen nutzen. In die Arbeit fließen auch die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus dem Projekt SEIS – Selbstevaluation in Schulen – in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann- Stiftung ein (vgl. Anl.).
2.2. Unser Ideal von Schule
2. Für die Schüler wollen wir eine Stätte der Begegnung mit Erwachsenen sein, die ihnen vertraut ist. Dadurch können wir in besonderen Situationen schneller als zuvor reagieren. Deshalb werden wir die Lehrerteams so zusammensetzen, dass die Schüler wenige feste Bezugspersonen für ihre Belange finden und sich bei ihnen das Gefühl verstärkt, hier wird schnell und wirksam geholfen.
3. Wir wollen den Schülern die Möglichkeit bieten, Konflikte aggressionslos auszuhalten, auszuleben und zu bewältigen und dabei die eigene Position zu überdenken, indem wir ihre kommunikativen Fähigkeiten schulen und mit ihnen gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien einüben.
Wir wissen, dass diesem Ideal nur näher zu kommen ist, wenn möglichst viele Schüler, Eltern und Pädagogen dahinter stehen. In der Organisationsform der GANZTAGSSCHULE sehen wir deshalb eine wichtige Voraussetzung und unterstützenden Rahmen bei der Bewältigung der bestehenden Unzulänglichkeiten und Widersprüche, die sich aus dem traditionellen Schulbild, den vorhandenen Schulstrukturen sowie der tradierten Pädagogik und Bildungstheorie ergeben.
Durch eine schulinterne Arbeitsgruppe wurde dazu ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Im Schuljahr 2003/2004 wurde für die Jahrgänge 7 und 8 der Ganztagsbetrieb eingeführt. In den darauf folgenden 2 Jahren ist dies auf die Jahrgänge 9 und 10 ausgeweitet worden, so dass ab dem Schuljahr 2005/2006 die Schule durchgängig in allen Jahrgängen im Ganztagsbetrieb geführt wird.
3. Schwerpunkte der Bildungs- und Erziehungsarbeit
Für einen größer werdenden Teil unserer Schülerinnen und Schüler ist festzustellen, dass das Leistungsniveau nur noch für einen berufsbildenden Abschluss ausreicht.
Dem soll sowohl mit entsprechender pädagogisch-psychologischer Qualifikation der Lehrpersonen als auch der Einrichtung von Aufbauklassen entgegengewirkt werden.
1. Wir wollen den Schülerinnen und Schülern vermitteln, dass Lernstörungen und Verhaltensweisen wie Impulsivität, Unruhe, Sturheit, Leistungsverweigerung, mangelhafte Verhaltenskontrolle ,Lustlosigkeit, Stimmungsschwankungen an unserer Schule nicht zwingend zur Ablehnung durch Freunde, Mitschüler und Lehrer oder zur totalen Leistungs- und Normenverweigerung führen müssen.
2. Wir stehen auf dem Standpunkt, dass soziales Lernen überall stattfindet und „Lebensprobleme“ vor „Lernproblemen“ stehen.
3. Wir verstehen Unterricht als ergebnis- und leistungsorientiert, aber nicht um seiner selbst willen.
Schwerpunkt des Unterrichts ist das Erwerben von Methodenkompetenz (Wie lernt man, wie eignet man sich Wissen an, Algorithmen des Lernens u.ä.)
Dazu wollen wir neben den bekannten Formen des Unterrichts in verstärktem Maße andere Sozialformen wie z.B. Gruppen-, Partner- und Projektarbeit einsetzen, um bereits beim Lernen die Komplexität des Lebens zu begreifen.
4. Wir streben eine möglichst enge Zusammenarbeit der Lehrpersonen an. Dazu bilden wir Lehrerteams, die vorrangig in einer Jahrgangsstufe unterrichten. Diese führen regelmäßige Erfahrungs- und Gedankenaustausche über unterrichtliche und persönliche Probleme durch. So realisieren wir ein einheitliches Handeln des Lehrerteams, um schnell agieren statt langsam reagieren zu können. Dazu gehört auch, dass 2 gleichberechtigte Lehrkräfte als Klassenleiter eingesetzt werden, um dadurch möglichst viel Präsenz in der jeweiligen Klasse zu erreichen.
5. Insbesondere psychologische Themen sind Schwerpunkte unserer schulinternen Lehrerfortbildung (SCHILF).
6. Wir planen die Einrichtung einer "Lernwerkstatt", in der das "Lernen lernen" geübt werden kann.
4. Grundsätze der Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Eltern und Schülern
Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, sehen wir die Schule als Ort der Bildung und Erziehung, konkret des sozialen Lernens.
Wir schaffen Voraussetzungen für diese Einheit von Unterricht und Erziehung, indem wir u.a.
Ø die Eltern in unsere pädagogische Arbeit einbeziehen,
Ø in fächerübergreifenden Unterrichtsprojekten das Lernen in Zusammenhängen üben,
Ø in Arbeitsstunden selbstständiges Arbeiten trainieren und in der Freiarbeit eigene
Interessenschwerpunkte der Schüler setzen,
Ø eine sinnvolle Freizeitgestaltung bieten, die einen eigenständigen Schwerpunkt neben dem Unterricht bildet
und Lehrer, Eltern und freie Mitarbeiter aus der Öffentlichkeit zu Freizeitpartnern der Schüler machen
Dazu dienen vor allem:
1.Fremdsprache Englisch
2.Fremdsprache Französisch
Russisch
Wirtschaft – Arbeit - Technik
Fremdsprachen
Naturwissenschaften
Sport (als eine von ganz wenigen Schulen im Land Brandenburg)
Wirtschaft – Arbeit - Technik
Fremdsprachen
Naturwissenschaften (Biologie / Chemie)
Naturwissenschaften (Astronomie / Physik)
Sport
Rückschlagspiele
Literatur
Musik
Regionalgeschichte
Judo
Geografie
Informatik
Allgemeine Sportgruppe
Volleyball
Selbstverteidigung
Plastisches Gestalten
Schreibmaschinen- Kurs
Backen und Kochen
Schätze der Erde
Sportvergleiche (Volleyball) mit anderen Schulen des Landkreises um den Graf von Arco – Wanderpokal
ständige Teilnahme an Kreismeisterschaften und Olympiaden
Sprachfeste ( erfolgt )
Zur Absicherung der gestalteten Freizeitangebote sollten pädagogische Mitarbeiter geworben und durch das staatliche Schulamt eingestellt werden.
Das Angebot der Schule ist entsprechend der materiellen und personellen Voraussetzungen zu erweitern.
Bei allen Vorhaben und Maßnahmen geht es darum, den Schulstandort Nauen für
Eltern und Schüler attraktiver zu machen und den Schülerinnen und Schülern eine
Schule zu geben, in die sie gern gehen.
Dabei haben sich bei der Diskussion im Kollegium folgende mögliche Profilierungen, an denen wir arbeiten wollen, herauskristallisiert
Ø Ganztagsbetrieb in den Jahrgängen 7 und 8
Im Schuljahr 2004/2005 ist die Ausweitung des Ganztagsbetriebes auch auf
die Jahrgänge 9 und 10 beabsichtigt. Die Konferenz der Lehrkräfte fasste am
11.09.2003 einen entsprechenden Beschluss. ( erfolgt )
ØFächerangebot erweitern ( Sport als Wahlpflicht I – Fach, Judo als Wahlpflicht II- Fach ) ( erfolgt )
Ø fächerübergreifendes Lernen und Lehren
Ø AG – Angebote ständig aktualisieren und möglichst erweitern
Darüber hinaus ist es natürlich auch immens wichtig, die Arbeit unserer Schule für eine breite Öffentlichkeit sichtbar
werden zu lassen und diese Öffentlichkeit auch in die Schule zu holen. Denkbar wären hier z.B.
Ø die Durchführung thematischer Elternabende:
Ø regelmäßige Berichte über schulische Projekte in der Presse und dem neuen Regionalsender „Havelland – TV“;
Ø Nutzung der Homepage unserer Schule zur Öffentlichkeitsarbeit;
Ø Tag der offenen Tür für interessierte Bürger;
Ø öffentliche Präsentation der Ergebnisse von Projekttagen bzw. Projektwochen.
Des Weiteren ist eine stärkere Beteiligung an Landes - bzw. Bundeswettbewerben anzustreben.
Alle Vorhaben und Maßnahmen sind im Kollegium zu besprechen, zu überprüfen und gegebenenfalls zu
konkretisieren. Dazu wird es in regelmäßigen Abständen Tagungen der schulinternen Arbeitsgruppe
"Schulprogramm“ geben, die ihre Ergebnisse dann der Konferenz der Lehrkräfte vorlegen wird.
Das vorliegende Schulprogramm der Dr. Georg Graf von Arco – Oberschule Nauen wurde von der Konferenz der Lehrkräfte am 10.05.2007 diskutiert und beschlossen. Es tritt mit dem Tage der Beschlussfassung in Kraft.
Stand: 22.02.2011
7. Anlage
Evaluationsbereiche der Auswertung des SEIS - Berichtes und mögliche Lösungen
Sozialkompetenz, Fähigkeiten, Fertigkeiten S.35
Schule hilft meinem Kind, gut mit anderen auszukommen – Eltern 7/9 sehen hier ein Problem
Schule trägt dazu bei, dass mein Kind gut auf verschiedene Arten Probleme lösen kann S.39 – Eltern 7/9 sehen hier ein Problem, S.38 Lehrer sehen hier auch ein Problem, S.43 Bestätigung der Situation
Lösungsvorschlag: Aufbau einer Elternakademie, zunächst Interesse erfassen, Vorschläge der Eltern zu Inhalten erfragen, Vorstellung der Lehrinhalte der einzelnen Fachbereiche auf die Jahrgänge zugeschnitten, Zusammenkünfte differenziert nach Jahrgängen bzw.
jahrgangsübergreifend, wenn es um Probleme der Erziehung z.B. geht
Mögliche Themen: „ Das Erwachsenwerden, Neue Berufe, Woran Jugendliche sich orientieren, Wie kann ich mein Kind auf Gefahren vorbereiten, Drogen – Suchtberatung.
Leistungsorientierter Unterricht S.43, 46, 48, 49
s. Fragen 65, 67, 84, 87, 89, 90, 91, 95, 97
Lösungsvorschlag: Unterweisung interessierter Kollegen in der Nutzung des Computerkaninetts, Bekanntgabe der Nutzungsmöglichkeit des Computerkabinetts, Tage / Stunden zur Nutzung, Planung von jahrgangsübergreifenden Projekttagen – wochen,
Vorsitzende der Fachkonferenzen führen zu Beginn eines Schuljahres einen Informationsaustausch über Inhalte der schulinternen Lehrpläne durch und erarbeiten Eckpunkte für fächerübergreifenden Unterricht, die dann in die bestehenden Pläne eingeordnet werden.
Zu den Fragen 89 – 97 sind geeignete Maßnahmen aus einer Diskussion abzuleiten, inwiefern wir da eine Möglichkeit sehen, dass Schüler sich und andere bewerten. Die Fachbereiche könnten einen Fragekatalog erarbeiten, der als Übersicht für ein Portfolio genutzt wird – Was müsste ich am Ende eines Jahrganges wissen, was kann ich beantworten? Die Lücken sollten dann z.B. gezielt in Arbeitsstunden geschlossen werden. Dabei sollte die Möglichkeit geprüft werden, inwiefern die AST innerhalb eines Jahrganges gleichzeitig liegen können und zur Bearbeitung von Wissenslücken die Klassenstruktur aufgelöst wird und Lernteams gebildet werden. Das würde auch die Zusammenarbeit und das Verständnis untereinander fördern. Dazu wäre die Erstellung eines entsprechenden Planes erforderlich.
Einbeziehung der Eltern, Lehrer in die pädagogische Arbeit S. 51, 52, 55, 57, 60
s. Fragen 112,117, 124 – 132, 140 – 142, 147
Lösungsvorschlag: s.o. Elternakademie, Erfolge der Schüler mehr veröffentlichen – z.B. mit der Erstellung der Zwischeneinschätzungen auch einschätzen, wer ein Lob erhält und über Schautafel veröffentlichen. Positive Ergebnisse als ständige Rubrik in der Homepage
( Halbjahr / Schuljahr ) veröffentlichen.
Schülervertretungen müssen wirksamer werden – WIE??? Z.B. Zusammenarbeit mit AG Medien, ständige Protokolle veröffentlichen ( eigener Schaukasten, jugendgemäße Gestaltung ), Offene Briefe zu positiven, negativen Ereignissen an unserer Schule, erfassen von Interessen der Schüler, um so die AG – Angebote zu optimieren.
Entwicklung von Lernstrategien - wie kann ich effektiver lernen – durch die Fachbereiche und Zusammenfassung / Veröffentlichung für die Elternakademie / Homepage.
Frage 147, S.60 muss in einer KdL angesprochen werden!!
Öffentlichkeitsarbeit S.67, 68, 73, 74
s. Fragen 196 – 203, 222 – 231
Lösungsvorschlag: Veröffentlichung von möglichen Interessen unserer Schüler in Verbindung mit der Suche nach weiteren Kooperationspartnern. Zusammenarbeit mit den Grundschulen - Zusammenkünfte der Fachkonferenzvorsitzenden, Schnuppertag, Tage der offenen Tür, Informationen an Presse.
Am 19.12.2006 wurde das Kollegium von der Schulkonferenz beauftragt, das Schulprogramm hinsichtlich der Evaluationsschwerpunkte zu überarbeiten.
Die konkreten Maßnahmen müssen inhaltlich und organisatorisch vorbereitet werden und werden mit Beginn des Schuljahres 2007 / 2008 umgesetzt.
- Planung ab August 2007, Umsetzung nach Schilf – Veranstaltung, die als ganztägige Veranstaltung
in Vorbereitung des Projektes zu organisieren ist – Schulleitung / Vorsitzende der Fachkonferenzen
Engagement und gute Leistungen ) – Schuljahresabschluss 2006 / 2007 – Schulleitung
7. Am Ende des Schuljahres werden in gleichzeitig stattfindenden Fachkonferenzen die
schuleigenen Lehrpläne evaluiert und fortgeschrieben. Die Ergebnisse werden zusam-
mengefasst und im Rahmen einer Präsentation vorgestellt. V: Fachkonferenzen, Schul-
leitung T: Ende des Schuljahres